Frauen in Führungspositionen – Meine 5 Tipps für den Umgang mit Machtstrukturen

Es gibt Frauenquoten in Unternehmen – aber auch Phänomene wie „die gläserne Decke“ für Frauen. Tatsächlich ist es aber ein täglicher Balanceakt mit der Macht in Unternehmen – besonders für uns Frauen. Ganz besonders dann, wenn Männer die Führungsriegen dominieren und Spiele der Macht betreiben.

Ich frage mich oft für mich selbst und meine Mitstreiterinnen: Woran liegt es, dass sich Führungsetagen von Unternehmen immer noch fast ausschließlich aus Männern zusammen setzen. Dabei sind Frauen heutzutage gut ausgebildet, haben organisatorische und emphatische Fähigkeiten, können viel aufnehmen und verarbeiten. Im Top Management in Deutschland sind Frauen aber immer noch eine Rarität.

Warum ich diesen Artikel schreibe? Ich bin so oft in Situationen geraten, die ich nicht verstanden habe, die mich maßlos geärgert und mir viel Energie geraubt haben. Und ich habe gemerkt, dass es nicht nur mir so ging, als ich mich mit einer Managerin über dieses Thema vor Kurzem unterhielt. Ich bin der Sache mal auf den Grund gegangen, was es mit diesen Machtstrukturen auf sich hat und wie Frauen anfangen können, in solchen Strukturen ein leichteres Leben zu haben, wenn sie wissen, wie sie sich in Machtstrukturen besser bewegen.

Ich schildere dir mal einen einen erlebten Fall, wie er vermutlich täglich etliche Male in deutschen Unternehmen vorkommt.

Frau A sagt zu Beginn des Meetings in die Runde etwas sehr Wichtiges und Zielführendes. Keiner der Herren hört ihr zu, alle fallen sich gegenseitig ins Wort, ignorieren sie, übertrumpfen sich mit Lautstärke und es geht heiß her mit allerhand Diskussionen. Zum Ende des Meetings sagt Herr B zu C (dem Alpha): Sollten wir das nicht so-und-so machen und spricht dabei direkt zu C, nicht in die Gruppe für die allgemeine Diskussion. Dann nickt C, alle anderen nicken ebenso einstimmig und sagen: tolle Idee! Und ich frage mich: Euer Ernst? Frau A hat schon nach 3 Minuten zu Beginn dieses Meetings diesen wertvollen Punkt angebracht, keiner hat ihr zugehört und ihr Beachtung geschenkt. Nun hören auf einmal alle zu und klatschen, als hören sie das zum ersten Mal und keiner erinnert sich, dass sie es schon eingebracht hat?

Eine Beobachtung, die ich häufig gemacht habe, bei anderen Frauen, aber auch bei mir selbst in diversen Meetings. Die Ursache: wir kannten die Spielregeln der Macht nicht.

Schauen wir erst einmal auf die Führungsstile. Klassisch gibt es da:

  • den laissez-fairen,
  • den kooperativen und
  • den autoritären Führungsstil

Eine zu starke Kontrolle beim autoritären Führen kann Widerstände erzeugen, so dass Mitarbeiter/innen sich auf die „allwissende Führungskraft“ verlassen und das eigenständige Denken eher abschalten. Wenig vorteilhaft. Ist eine Führungskraft dagegen sehr offen, kooperativ und gar herzlich, wird sie wahrscheinlich sehr gemocht, ist vielleicht sogar „Everybodies Darling“, aber ihre Durchsetzungsfähigkeit kann darunter leiden. Aber was ist denn nun „richtig“?

Kommen wir mal auf die Spielregeln zurück.

Schachspiel im Business

Die Spiele der Macht und was unsere kindlichen Prägungen damit zu tun haben

Malen wir mal etwas schwarz und weiß…

JUNGS…
In der kindlichen Prägung beginnt es bereits. Jungs lieben Herausforderungen, den Zweikampf, duellieren sich gern, um raus zu finden: wer ist der Stärkere. Wer gewinnt, hat das Sagen. Daher wollen sie gewinnen, den anderen in der Gruppe etwas beweisen. Es geht nicht unbedingt darum, dass man sie besonders mag, sondern dass man sie achtet, sie Respekt erfahren. Sie setzen sich lieber durch und gehen als Sieger hervor, statt der Beliebteste zu sein. Sind sie einmal auf der Gewinnerseite, werden die Anderen zu ihnen aufschauen und tun, was sie sagen. Das zählt.

Jungs wollen Macht.

MÄDCHEN…
Mädchen hingegen wollen Harmonie und anderen gefallen. So werden sie meistens erzogen. Sie brauchen das Gefühl, dass man sie mag. Sie sind kooperativ und der Gruppe zugewandt. Oft tauschen sich Mädchen stundenlang aus und lieben es miteinander zu kommunizieren, alles bis ins kleineste Detail zu analysieren. Für die meisten Mädchen ist es gesellschaftlich wichtig, „beliebt” zu sein, von den anderen gemocht zu werden, denn dies ist die Voraussetzung um an Aktivitäten teilzunehmen, von Anderen eingeladen zu werden, also grundsätzlich dazu zu gehören. Ich kann mich erinnern, dass ich es genauso erlebt habe in meiner Kindheit. Ich war ein ruhiges, zurückhaltendes, angepasstes Mädchen und wollte Teil der Gemeinschaft sein, einfach dazu gehören und möglichst nicht auffallen.

Mädchen setzen auf Beziehungen.

Unsere frühere Konditionierung kann für uns Business Ladies ein echtes Problem werden. Während Frauen in Führungspositionen täglich viele Entscheidungen fällen müssen, wägen Sie dabei nicht nur die „objektiven Aspekte“ ihres Handelns ab, sondern berücksichtigen auch, wie andere persönlich auf sie reagieren könnten und wie sie dadurch wirken. Werde ich noch gemocht, wenn ich eine unbequeme, aber notwendige Entscheidung treffe? Was denken die anderen über mich?

Grundregel 1: Hart, aber fair – und dabei noch Frau bleiben

Keine einfache Aufgabe! Aber dennoch denke ich, hart (oder doch eher konsequent) – aber dabei fair ist der richtige Weg. Wir müssen manchmal annehmen können, dass wir es unseren Mitarbeitern/Mitarbeiterinnen nicht jederzeit recht machen können. Wichtig dabei ist, eine klare Linie zu fahren. Wenn wir willkürlich sind  – manchmal nachgiebig, manchmal hart oder unfair und nur „unsere Lieblinge“ oder „die Lautesten“ bevorzugen, ist das kein guter Weg als Führungskraft. Wenn du tust, was eben sein muss in deiner Rolle als Führungskraft, werden deine Mitarbeiter/innen dich vielleicht nicht immer lieben, aber sie werden dich respektieren, Vertrauen zu dir entwickeln und dir folgen. Egal, ob Mann oder Frau.

Be a leader, not a boss.

Raangordnung im Unternehmen

Grundregel 2: Männer kommunizieren in einer strengen Rangordnung

Männer erwarten, dass diejenigen, die in der Befehlskette über ihnen sind, Anweisungen geben und die Autorität ausüben, die ihre Position mit sich bringt. Erinnert mich ein wenig an die Rangordnung und Befehlskette bei der Bundeswehr, wo ich das hier gerade schreibe 😉. Statt weibliche Vorgesetzte als offen und kooperativ wahrzunehmen, würde ein Mann es vielleicht so empfinden, dass sie um den heißen Brei herumredet und nicht zum Punkt kommt. Er braucht klare Anweisungen.

Die konträren Kommunikationsformen von Frauen und Männern im Berufsalltag führen leider häufig zu Missverständnissen. Für uns Frauen ist es oft nicht nachvollziehbar, dass die Rangordnung über dem Inhalt steht. Uns geht es ganz klar „um die Sache“!

Für Männer dagegen gilt klar: Zuerst wird die Hierarchie in der Gruppe ausgefochten (ich nenne es immer schmunzelnd: den Hahnenkampf 😉), dann geht es um die Arbeit.

Grundregel 3: Klare Grenzen setzen

Schon als Kind hat das Spaß gemacht und nimmt im Erwachsenenleben nicht ab: das Grenzen austesten. Oft werden Grenzen in neuen Teamkonstellationen ausgetestet, wenn sich beispielsweise organisatorisch neue Beziehungen ergeben. Besonders Männer gehen gern mal gegen die Autorität des Chefs/der Chefin an, um ihren Platz in der Hierarchie zu ermitteln, wie ich beobachten konnte. Bei Chefinnen geht das manchmal auch schneller und forscher, zumal Männer ja gelernt haben, dass Frauen dann eher klein beigeben, um die Beziehung nicht zu gefährden. Ein Versuch, ist es ja wert. So werden fleißig Grenzen ausgelotet.

Wenn wir Frauen uns persönlich angegriffen oder gar unentschlossen zeigen, werden Männer noch mehr Ihre Grenzen austesten, in der Hoffnung, endlich die Stelle gefunden zu haben, bei der Kapitulation droht. Es ist daher existenziell wichtig für weibliche Führungskräfte den männlichen Wegbegleitern in Unternehmen feste Grenzen zu setzen und daran auch festzuhalten. An Grenzen konsequent festzuhalten mag zeitweise anstrengend und unangenehm sein, aber Grenzen überschreiten zu lassen, führt häufiger zu Macht- oder Gesichtsverlust. Es ist ein Spiel. Sehen wir es sportlich 😉 und:

Play the game.

Grundregel 4: Innere Wärme vs. Flirten

Ein heikles Thema. In der Zusammenarbeit mit Männern, egal ob kollegial oder als Vorgesetzte, ist es sehr wichtig, ihnen gegenüber eine klare Haltung zu zeigen, die Wärme und Wohlwollen ausstrahlt, aber nicht als „Flirten“ verstanden wird. Eine „Bereitschaft zum Flirt“ wird eher durch subtile, nonverbale Zeichen mitgeteilt, die sich in Körperhaltung, bestimmtem Augenkontakt und der Färbung der Stimme äußern. Männer bringen das zeitweise aber auch mal leicht durcheinander.

Wir Frauen sind es gewohnt in der Kommunikation mit anderen Frauen sehr persönliche und private Informationen auszutauschen, uns zu öffnen. In unserem beziehungsorientierten Kommunikationsstil verschafft uns dieser Austausch eine engere Verbindung, der die Beziehung stärkt. Männer dagegen trennen strikter zwischen privater und öffentlicher Kommunikation und sind häufig auch „ganz andere Menschen“ privat als beruflich. In ihrem Berufsumfeld geben sie oft nur sehr wenige private Dinge preis, alles andere könnte sie auch angreifbar machen. Wenn ihnen eine Frau dann in diesem „öffentlichen Raum“ private Dinge erzählt, wird dieses Verhalten manchmal als einen Versuch mehr Nähe herzustellen gedeutet und damit als Interesse an ihrer privaten Person oder kurz: Flirt. Hier also ein bisschen Vorsicht walten lassen.

Grundregel 5: Zurück zur weiblichen Stärke

Die wirklichen ureigenen Stärken unseres Geschlechts sind: Zuhören können, Zusammenhänge schnell erkennen und herstellen, eine hohe Sachorientierung und trotzdem Herstellung einer guten Beziehungsebene, die im Business unerlässlich ist. Dazu kommt ein extrem hohes Engagement „für die Sache“, enormer Ehrgeiz, Zielstrebigkeit, Prozessorientierung, Empathie und Feingefühl.

Was für hilfreiche Fähigkeiten!

Denn am Ende steht doch der Kunde im Vordergrund. Und für die Pflege langfristiger Kundenbeziehungen kann die „weibliche Art und Weise“, nicht immer recht haben zu müssen und genau zu durchblicken, was dem Kunden jetzt wirklich weiterhilft, sehr nützlich sein, als der Drang, dem Kunden ständig beweisen zu müssen, dass man doch genau Bescheid weiß und besser ist als er.

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In meinen Artikeln teile ich meine persönlichen Erfahrungen und Gedanken rund ums Reisen und Leben. Es ist nicht „die eine Wahrheit“ – sondern „meine Wahrheit“. Sie kommen von Herzen einer Reiseverrückten und Lebensverliebten. Schreiben hat mich mein ganzes Leben schon begleitet und mir geholfen, Dinge für mich zu ordnen.

Ich denke, die „ganze Wahrheit“ erfahren wir, wenn wir einfach unseren Weg gehen und dem Leben vertrauen. Ich möchte dich mit meinem travel, life & soul Blog inspirieren und animieren, dich aus deiner Komfortzone heraus zu bewegen, das Leben aus neuen Perspektiven zu betrachten und jeden Tag neu zu wachsen.

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LOVE LIFE & BE YOURSELF
Deine Julia

Kommentare (2)

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    Heike Mueller

    Liebe Julia,
    Sehr interessantes Thema, Theorie mit eigenen Erfahrungen verknüpft. Dazu ein toller kurzweiliger Schreibstil. Ich werde definitiv ein Follower von travelchameleon.de.

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      travelchameleon

      Du lässt mein Herz tanzen, liebe Heike! Ich freue mich über jeden Leser und individuelles feedback. Freu dich auf mehr!

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